Wrobel, Johannes: Die frühen Bibelforscher und ersten Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas in Pennsylvanien und Deutschland um das Jahr 1900, in: Waldemar Hirch (Hg.), Die Zeugen Jehovas in der DDR - "Zersetzung" einer Religionsgemeinschaft, Niedersteinbach 2001, S. 96-126.


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Exkurs:

Die frühen Bibelforscher und ersten Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas in Pennsylvanien und Deutschland um das Jahr 1900

Nach der Gründung der englischen Bibelforschergemeinden in den 1870er Jahren im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvanien entstand dort um 1890 in Allegheny (heute Pittsburgh) die erste deutsche „Versammlung“ (Gemeinde). Von den deutschen Bibelforschern in Pennsylvanien ging vor 1900 die Missionierung mit Bibelforscher- und Wachtturm-Schriften in Deutschland aus.

Die Tätigkeit der frühen deutschen „Bibelforscher“ (engl. Bible Students; seit 1931 Jehovah’s Witnesses, Jehovas Zeugen) in den Vereinigten Staaten vor und kurz nach 1900 läßt sich heute nur unvollständig aus Leserbriefen und Bemerkungen in den Zeitschriften der Religionsgemeinschaft Zion’s Watch Tower (ab 1879, später The Watchtower) und Zions Wacht Turm (ab 1897, später Der Wachtturm) rekonstruieren. Die Biographien von Otto Albert Koetitz, Adolf Weber, Margarethe Giesecke, Hermann Herkendell und anderer früher Bibelforscher werfen Licht auf die Entstehung der ersten Gemeinden der Religionsgemeinschaft in Deutschland.

Historischer und religiöser Hintergrund

Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden unter den Einwanderern im freiheitlichen Amerika eine Anzahl neuer christlicher Gruppen und Kirchen. Diese Menschen – sie hatten aus Sehnsucht nach religiöser Freiheit und Toleranz Europa den Rücken gekehrt – waren tief religiös und nicht selten ernsthafte Erforscher der Bibel. Sie wünschten, das Ursprüngliche – das Urchristentum des „Neuen Testaments“ – zu entdecken und zu beleben und lösten sich daher von Traditionen und Dogmen der Großkirchen.

Eine solche christliche Gruppe widmete sich in den 1870er Jahren in Allegheny und Pittsburgh einem unabhängigen Bibelstudium. Der Gründer der Bibelstudiengruppe war der junge Charles Taze Russell (1852-1916). Er war kein Religionsgründer, sondern suchte wie seine Mitverbundenen das Urchristentum wiederzubeleben und die überall zerstreuten wahren Christen („Weizenchristen“) in der sogenannten „Erntezeit“ mit „geistiger Speise“ zu erreichen, zu [Seite 97] sammeln und sie zu motivieren, das Evangelium oder die „gute Botschaft vom Reich Gottes“ zu verkündigen.[1]

Diese Gruppe der ersten „Bibelforscher“ kam zu dem Ergebnis, daß viele Lehren und Traditionen der etablierten Kirchen das Ergebnis des von Christus und den Aposteln vorhergesagten „Abfalls“ vom wahren Christentum waren.[2] Die Prophezeiungen der Bibel ließen ihrer Meinung nach erkennen, daß die urchristliche, wahre Lehre zur bestimmten Zeit klar zum Vorschein kommen würde, und sie waren davon überzeugt, daß die Zeit dafür nun herbeigekommen war. Ihrer Meinung nach leuchtete ihnen das „Licht der Wahrheit“ allerdings nur allmählich oder fortschreitend immer heller.[3]

Das Fortschreiten eines genauen Verständnisses der Bibel bzw. der „Wahrheit“ gehört bis heute zu den Grundlehren der Religionsgemeinschaft. Erwartungsgemäß kommt es von Zeit zu Zeit zu Änderungen oder Feinabstimmungen im biblischen Verständnis, doch die Grundlehren über Gott, Jesus Christus, sein Lösegeld und den heiligen Geist waren von Anfang an ziemlich klar umrissen. So erklärten die Bibelforscher, daß die verheißene „Wiederkunft“ Jesu Christi (Parusie, „Gegenwart“, im Sinne einer Zuwendung der Aufmerksamkeit des gekrönten Christus zur Erde) für menschliche Augen unsichtbar sei und daß in Verbindung mit seinem zweiten Kommen (dessen Beginn zunächst auf 1874 datiert wurde) das Jahr 1914 eine Rolle in der biblischen Prophetie spielen würde, wobei es nicht zu einer Weltvernichtung, sondern zu einer Segnung von [Seite 98] Menschen kommen sollte. Hatte Jesus seine treuen Nachfolger nicht ermahnt, auf das Reich Gottes, das alle irdischen Probleme lösen würde, zu warten, also in ständiger Naherwartung des kommenden Millenniums zu sein?[4] Zu den damals wiederentdeckten biblischen Lehren gehört, daß die „Seele“ sterblich und „Jehova“ der Eigenname Gottes (1881), die Dreieinigkeitslehre unbiblisch (1882) und die biblische „Hölle“ das Grab (1883) ist.[5] Dennoch wurde damals weniger auf Lehren als auf die Entwicklung einer christlichen Persönlichkeit (Charakter) Wert gelegt.

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C. T. Russell, der führende Bibelforscher in der Gruppe von Allegheny und ab 1884 der erste Präsident der Verlagsgesellschaft der Religionsgemeinschaft (Watch Tower Society, Wachtturm-Gesellschaft),[6] opferte mit der Zeit sein nicht unbeträchtliches Vermögen der öffentlichen Verbreitung dieser „neugelernten Wahrheiten“, wie er es nannte, doch legte er Wert darauf, daß dies später hauptsächlich durch freiwillige Beiträge oder Spenden finanziert werden sollte.[7]

Die Bibelforscher machten die „neugelernten Wahrheiten“ durch kostenlose Traktate[8] und Broschüren[9] sowie ab dem Frühjahr 1879 durch ihre Zeitschrift Zion’s Watch Tower allgemein bekannt. Der Verfasser der Artikel und Predigten war hauptsächlich C. T. Russell, wenngleich auch andere Bibelforscher als Autoren genannt werden.

C. T. Russell schrieb und veröffentlichte 1896 das Buch The Divine Plan of the Ages (Der göttliche Plan der Zeitalter), den 1. Band der siebenteiligen Bücherserie Millennium-Tagesanbruch, die später Schriftstudien genannt wurde – damals das maßgebliche Bibelstudienhilfsmittel der Religionsgemeinschaft.[10] Drei weitere Bände folgten in den Jahren 1889 und 1891. (In den Jahren 1897 und 1904 folgten weitere Bände, die letzte Ausgabe erschien 1917.)

Allein in den Vereinigten Staaten wurden 1891 rund 85 000 Exemplare der drei ersten englischen Bände verbreitet, hauptsächlich durch die „Kolporteure“ (heute „Pioniere“ oder Vollzeitprediger genannt).[11] Bis April 1904 waren von Band 1 (der außer in Englisch und Deutsch auch in Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Französisch und Italienisch zur Verfügung stand) insgesamt über 1 Million Exemplare verbreitet.[12]

Ende der 1880er Jahre waren die Räumlichkeiten der Religionsgemeinschaft in Allegheny zu klein geworden. Inzwischen war die Watch Tower Society gegründet worden, und C. T. Russell beschloß, ein eigenes Gebäude errichten zu lassen. Damals gab es 18 Mitarbeiter der Gesellschaft, die unter der Leitung des Präsidenten und der Direktoren der Watch Tower Society arbeiteten. Im Jahre 1889 ging der Bau des vierstöckigen Gebäudes in Allegheny der Vollendung entgegen.[13] Darin befand sich ein Versammlungssaal für 200 Personen, eine kleine Druckerei, die Redaktionsabteilung, Wohnräume sowie ein Literaturversand und ein Straßenladen. Das Gebäude diente 20 Jahre lang als Hauptbüro und wurde als „Bibelhaus“ bezeichnet.[14] Im Jahre 1909 wurde der Sitz der Religionsgemeinschaft von dem relativ unbekannten Allegheny in die Weltstadt New York (Brooklyn) verlegt und „Bethel“ genannt.[15]

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Im Jahre 1891 betrug die monatliche Verbreitung des englischen Watch Towers durchschnittlich 10 000 Exemplare, worauf auf etwa 15 000 Leser geschlossen wurde. Es gab auch über 100 deutsche Leser.[16] Die Religionsgemeinschaft machte folgende Bemerkung im Watch Tower vom Januar 1891: „Auf Grund der Briefe, die wir erhalten, schätzen wir, daß von diesen Lesern, die in allen Teilen der Welt zerstreut leben, etwa viertausend dem Herrn ‘völlig geweiht’ sind und ihre Talente dazu gebrauchen, ihn nach bestem Vermögen zu lobpreisen. […] Und wenn 4 000 jetzt lebende Personen dem Herrn völlig geweiht und treu sind, die sich innerhalb der letzten zehn Jahre soweit entwickelten, würde dies anzeigen, daß wir in den letzten zehn Jahren jährlich im Durchschnitt um 400 Personen zugenommen haben.“[17]

Die deutschen Bibelforscher in Pennsylvanien

Zu den Lesern der Bibelforscher-Schriften C. T. Russells gehörten in den Vereinigten Staaten neben anderen Volksgruppen auch deutschsprachige Einwanderer und ihre Nachkommen, nachweislich seit den 1880er Jahren. Ein Leser aus Berne, Pennsylvanien, bat 1882 um die Veröffentlichung eines Traktates in deutscher Sprache.[18] „Tausende warten auf ein solches Traktat. Ich könnte Tausende von Exemplaren zu ihrem Nutzen verteilen“, schrieb er begeistert. Die Redaktion der Watch Tower Society forderte daraufhin deutschsprachige Bibelforscher auf, sich für die Übersetzung der Oktobernummer des Watch Towers von 1882, einer Missionsausgabe, zur Verfügung zu stellen.[19]

Ein Engpaß in der „Traktatkasse“ verhinderte die sofortige Ausführung des Vorhabens. Diese Spendenkasse finanzierte durch freiwillige Spenden die Herstellung von Traktaten (in Englisch und anderen Sprachen) und die kostenlose [Seite 101] Zusendung an Arme. Um den Druck und die Verbreitung der deutschen Schriften besser fördern zu können, wurde 1883 die Gründung einer „deutschen Traktatkasse“ bekanntgegeben. Sobald die Summe von 200 Dollar erreicht sein würde, sollte der Druck deutscher Traktate beginnen.[20] Doch die Unterstützung ließ zunächst zu wünschen übrig. Bis Februar 1885 hatte die deutsche Traktatkasse erst Spenden in Höhe von 126,54 Dollar erhalten. Immerhin stellten sich Deutsche für Übersetzungsarbeiten zur Verfügung. (Die Herstellung von schwedischen Traktaten und von vier Probenummern des Watch Towers in Schwedisch konnte dagegen anlaufen. Es gab etwa 800 schwedische Leser.)[21]

Selbst ohne zunächst Schriften in ihrer Muttersprache zu besitzen nahm die kleine Gruppe der Deutschen in Nordamerika, die die Lehren der Bibelforscher annahmen, an Größe zu. Am 5. Februar 1885 schrieb ein nicht namentlich genannter Leser an C. T. Russell: „Das Geld, das ich gesandt habe, kannst Du, wie immer Du möchtest, zum Verbreiten der großartigen Wahrheiten verwenden. […] Ich habe vor, unter meinen (deutschen) Landsleuten zu missionieren […] Die herrliche Wahrheit, die seit einem Jahr in mein Herz durch die ‚Speise‘ scheint, wird heller und heller. […] Ich würde diese herrliche Wahrheit gern unter meinen Landsleuten verbreiten. Ich stoße bei einigen auf großen Widerstand, andere nehmen sie bereitwillig auf. Ich bin immer noch in der (deutschen) Methodistenkirche, doch predige und spreche ich privat und öffentlich über die herrliche Wahrheit. Was aus mir werden wird, der Herr weiß es – ich nehme an, daß man mich hinauswerfen wird. Ich würde Dich gern persönlich kennenlernen, um mit Dir über die Pläne zu sprechen, die ich hege.“[22]

Dann, im weiteren Verlauf des Jahres 1885, waren die notwendigen Mittel für den Druck einer deutschen Schrift aufgebracht.[23] Der Jahresbericht erwähnt die stattliche Anzahl von 160 000 Druckseiten in deutscher Sprache ohne die Publikation näher zu beschreiben oder einen Titel zu nennen.[24] Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser Publikation, wie im Dezember 1882 angekündigt, um die ins Deutsche übersetzte achtseitige Missionsausgabe des Watch Towers vom Oktober 1882 und nicht um ein Traktat.[25]

Wann erschienen die ersten Traktate der Bibelforscher in Deutsch? Einer der frühesten Hinweise auf ein „German Tract“ (der Begriff scheint nicht nur [Seite 102] Traktate, sondern ganz allgemein kostenlose „Flugschriften“ zu bezeichnen) im Watch Tower vom Februar 1886 bezieht sich offenbar auf die oben erwähnte deutsche Missionsausgabe der Zeitschrift.[26] C. T. Russell ließ 1891, nach seinem Besuch in Deutschland, die Herausgabe deutscher Veröffentlichungen („books and pamphlets“, Bücher und Flugschriften) vorbereiten.[27] Im Juli 1892 erfolgte im Watch Tower die erste Erwähnung deutscher Traktate in Verbindung mit einer Erwähnung des 1. Bandes von Millennium-Tagesanbruch (1888): „Zu ihrem Nutzen [deutsche Freunde, die nicht Englisch lesen können] wurde auch Band 1 von ‘Tagesanbruch’ ins Deutsche übersetzt und […] veröffentlicht, ebenso deutsche Übersetzungen der Arp-Traktate.“[28] Gegenwärtig ist allerdings kein deutscher Traktattitel für die Jahre 1888 bis 1892 nachweisbar.[29] Aus diesem Grund scheint die Watch Tower Society das Jahr 1894 als das Erscheinungsjahr für das erste deutsche Traktat, so im Watchtower Publications Index 1986-1990, anzugeben.[30] Es handelt sich dabei um die Übersetzung des englischen Titels Do You Know? (Weißt Du?). Weitere deutsche Traktate bis zur Jahrhundertwende sind Warum seid ihr die letzten, den König willkommen zu heißen? (1895), Lehrt die heilige Schrift, daß ewige Qual ist der Lohn der Sünde? (1896) und Welches ist das wahre Evangelium? (1900).[31]

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Die Resonanz aus der deutschen Leserschaft auf die deutsche Missionsausgabe des Watch Towers von 1885 ermutigte die Watch Tower Society offenbar zu weiteren Planungen, denn sie kündigte für Januar 1886 eine monatliche, achtseitige deutsche Edition der Zeitschrift Watch Tower an.[32] Die Veröffentlichung deutscher Übersetzungen von ausgewählten Beiträgen aus dem Watch Tower von Januar 1886 bis Juli 1892 trug wesentlich dazu bei, daß weitere Deutsche in Amerika die Bibelforscher-Lehren annahmen.

Das Wachstum unter den deutschen Bibelforschern in Pennsylvanien war auf die eifrige Verteilung der vorhandenen „tracts“ oder Flugschriften zurückzuführen, was sich meist vor den Kirchentüren der nominellen deutschen Gemeinden abspielte und dann auf die Verteilung von Haus zu Haus ausgedehnt wurde. Zu dieser Tätigkeit vor Kirchen, „Freiwilligendienst“ genannt, hatte man bereits 1884 ermuntert.[33] Bei der Evangelisationstätigkeit fanden neben der Missionsausgabe des Wachtturms (1885) ältere Ausgaben der Zeitschrift Verwendung. Im Juni 1889 wies der Watch Tower darauf hin, daß noch Tausende älterer Ausgaben der deutschen Zeitschrift für die Missionsarbeit vor den Kirchentüren kostenfrei zur Verfügung stehen.[34] (Spätestens ab 1894 kamen, wie oben erwähnt, deutsche Traktate hinzu.)

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Ein deutscher protestantischer Prediger, der „die frohe Botschaft zuerst durch das deutsche Traktat („German Tract“) erhielt“, schrieb 1886 an C. T. Russell: „Beiliegend sende ich mit herzlichem Dank die beiden Predigten zurück, die Du mir gesandt hast; ich habe auch die deutsche Ausgabe von Z. W. Tower [Zion’s Watch Tower] erhalten. Sie ist kostbar, und wir sind reichlich dadurch gesegnet worden. Wir sind von der Wahrheit überzeugt, und ich würde meinen Dienst in dieser weltlichen Gemeinde und in der nominellen Kirche sobald als möglich aufgeben. […] Bitte sende mir regelmäßig drei Ausgaben des deutschen Towers“.[35]

Der Übersetzer dieses Briefes war der Deutsche Otto von Zech, der mit der Zeit das Vertrauen C. T. Russells genoß und ein prominenter Bibelforscher wurde. Er übersetzte die im Watch Tower abgedruckten Briefe deutscher Leser und war für die Herausgabe der kleinen deutschen Edition der Zeitschrift verantwortlich. Im Jahre 1888 erfolgte durch Otto von Zech die Übersetzung des 1. Bandes der Millennium-Tagesanbruch-Serie, dem damals wichtigsten Bibelstudienhilfsmittel der Bibelforscher.[36] Es gelang ihm, die deutsche Übersetzung in relativ kurzer Zeit zu bewältigen, was der Vater C. T. Russells in einem Leserbrief lobend hervorhob.[37] Bis April 1888 waren 500 Exemplare von Band 1, der auch leihweise versandt wurde, bestellt worden. Die Leser des Watch Towers wurden ermuntert, das Buch an deutsche Freunde zu senden.[38] Eine unbekannte Anzahl Bände gelangte so nach Deutschland. Im September 1888 standen 1 000 deutsche Exemplare in broschierter Form zur Verfügung.[39]

Von Zech stellte schließlich 1891 die deutsche Übersetzung des 2. Bandes der Serie fertig, was C. T. Russell im Watch Tower lobend erwähnte. (Der Druck erfolgte später, vielleicht 1892 oder 1893.) Gleichzeitig kam Von Zech in den Besitz der Druckplatten der beiden deutschen Bibelforscher-Bücher, so daß die Watch Tower Society alle Bestellungen von Interessierten an ihn weiterleitete.[40] (Als sich die Watch Tower Society 1894 von Otto von Zech trennte, ließ C. T. Russell beide Bände ab 1895 neu ins Deutsche übersetzen.)[41]

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Der Schweizer Adolf Weber war „einer der ersten, der die Schriftstudien (damals Millennium Tagesanbruch) in deutscher Sprache las und für dieselben in Pennsylvanien und den angrenzenden Staaten arbeitete“.[42] J. W. Weimer, ein Prediger der deutschen Baptistengemeinde in Connecticut, erhielt im Juli 1888 Tagesanbruch und den Watch Tower in Englisch und Deutsch und wurde ein eifriger Bibelforscher. In einem Leserbrief bekundete er seine Bereitwilligkeit, alles zu verlassen, um sich für die Verbreitung der Wahrheit „aufzuopfern“.[43]

Dank intensiver Missionsbemühungen nahm die Zahl der deutschen Bibelforscher in Pennsylvanien weiter zu. Im Februar 1892 waren zum Beispiel im östlichen Teil Pennsylvaniens zwei Bibelforscherinnen mit Namen Vogel und Boehmer mit der Verbreitung von Schriften beschäftigt.[44] Und im „Bibelhaus“, dem Hauptbüro der Watch Tower Society in Allegheny, waren inzwischen deutschsprachige Mitarbeiter, wie Otto Albert Koetitz und Adolf Weber, tätig.[45] Von diesen Deutschen gingen wesentliche Beiträge zur Missionierung ihrer Landsleute in den Vereinigten Staaten, der Schweiz und Deutschland aus.

Watch Tower-Leser waren, wie oben erwähnt, bereits ab 1888 ermuntert worden, die Millennium-Tagesanbruch-Bände an deutsche Freunde und in die Heimat zu senden. So empfingen 1893 deutsche Glaubensbrüder in Württemberg von einem Bibelforscher in den Vereinigten Staaten mit Namen Link den 1.  und 2.  Band zugesandt. Sie schickten daraufhin einen Brief der Wertschätzung an Link und berichteten, daß es in ihrer Gegend acht größere und kleinere Gruppen von „Geschwistern“ gab, die sonntags gottesdienstliche Bibelforscher-Zusammenkünfte abhielten.[46]

Im selben Jahr, Juni 1893, erwähnte die Watch Tower Society erstmals, daß ein Bibelforscher nach Deutschland gereist war, um dort unter der Bevölkerung zu missionieren. Es heißt: „Bruder Boehmer, der kürzlich nach Deutschland [Seite 106] ging, schreibt uns, daß er einen Anfang gemacht hat und hofft, seine Auslagen dort bestreiten zu können; falls nicht, wird er sich freudig dem Feldzug in Großbritannien anschließen.“[47] Einige Monate später wurde von einem in Deutschland tätigen Ehepaar Böhmer (Boehmer) berichtet, daß „sie erfolgreich darin sind, mehr hörende Ohren zu finden als wir zuerst erwartet hatten“ und daß man ihnen gleichzeitig großen Widerstand entgegensetzte.[48] Hermann Boehmer kehrte etliche Jahre später mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten zurück.[49] Im Dezember 1910 schrieb er von Pennsylvanien aus an das Ehepaar Koetitz in Barmen: „Unsere Gelegenheiten zum Wirken sind doch hierzulande viel reichlicher und erfolgreicher in jeder Weise, als wir sie im Deutschen Vaterlande vorfanden. Ich habe den erschlafften Mut, welchen wir im Zusammenhang mit unseren Versuchen in Deutschland erlitten hatten, durch Gottes Güte wiedergewonnen, und bin seit zirka einem Jahr wieder in der Kolportage und erfreue mich zunehmenden Erfolges. In eurer vormaligen Ortschaft Millvale habe ich mehr als 600 Bände absetzen dürfen. Seitdem wir in den Mittelpunkt von Allegheny gezogen sind, arbeite ich hier in der Nähe. Das Feld ist ja, wie Euch wohl bekannt ist, schon sehr viel und oft bearbeitet worden und ich finde viele erbitterte Feinde der Wahrheit und des Verfassers der Schriftstudien, aber dessenungeachtet ist mein Erfolg sehr befriedigend.“[50]

Der Bibelforscher Otto von Zech hatte inzwischen in Allegheny Die Ernte-Sichel, eine eigene monatliche Bibelforscher-Zeitschrift in deutscher Sprache, herausgebracht. Sie erschien ab Januar 1892 zweimal monatlich und konnte für einen Dollar im Jahr abonniert werden.[51] Das Erscheinen dieser deutschen Publikation war der Grund dafür, daß C. T. Russell im Juli 1892 den Druck des „German Towers“, der kleinen deutschen Edition des Watch Towers, nunmehr für überflüssig hielt und die Herausgabe zunächst einstellte. Gleichzeitig gestattete er Otto von Zech, die deutschen Abonnenten des „German Towers“ zu übernehmen.[52] Die Trennung von der Watch Tower Society erwies sich jedoch nicht als glücklich und Otto von Zech nicht als loyaler Mitarbeiter.

Nach einer persönlichen Verleumdungskampagne, die Otto von Zech gegen C. T. Russell angeführt hatte, sah sich der Präsident der Watch Tower Society 1894 gezwungen, die Angelegenheit in einer Sondernummer des [Seite 107] Watch Towers ausführlich darzulegen und richtigzustellen.[53] Die Watch Tower Society löste daraufhin alle Verbindungen zu Otto von Zech und seinem Verlagshaus und übernahm wieder selbst die Führung, was das deutschsprachige Bibelforscherwerk betraf.

Otto von Zech hatte 600 Leser, wovon etwa 200 ehemalige Leser des deutschen Watch Towers waren. Daraus kann man auf die ungefähre Stärke der deutschsprachigen Gruppe der Bibelforscher Anfang der 1890er Jahre schließen. Die Gründung einer „German congregation“, einer deutschen Bibelforschergemeinde oder „Versammlung“, die regelmäßig gottesdienstliche Zusammenkünfte in Allegheny durchführte, wird um diese Zeit anzusetzen sein. Der Watch Tower verwendet den Begriff „German congregation“ im Jahre 1894 in Verbindung mit der Rebellion Otto von Zechs. Als Russell sich von Otto von Zech trennte, verließen einige die Reihen der Bibelfoscher, wie es heißt, wozu „zehn aus der deutschen Versammlung am Ort, die kein Englisch verstehen“ gehörten.[54]

Die „Bibelhaus“-Mitarbeiter Otto A. Koetitz und E. C. Henninges hielten sich zu dieser Zeit, also 1894, eine Zeitlang in Deutschland auf, um zu missionieren.[55] Nach der Rebellion Otto von Zechs, die einige Unruhe unter den Bibelforschern in den Vereinigten Staaten verursachte, kehrten die beiden Männer nach Allegheny zurück, da C. T. Russell ihre Dienste dort benötigte.[56]

Die ersten Bände Millennium Tagesanbruch (später Schriftstudien genannt), deren Druckplatten im Besitz von Von Zechs waren, sollten neu ins Deutsche übersetzt und eine deutsche Ausgabe des Watch Towers geplant werden. Diese Aufgabe wurde Otto A. Koetitz übertragen, der als Übersetzer und „Hülfsredakteur“ der neuen deutschen Zeitschrift bekannt wurde, die zum 1. April 1897 erschien. Die Zeitschrift trägt den Titel Zions Wacht-Turm und Verkünder der Gegenwart Christi. Sie fand unter der deutsch-amerikanischen Bevölkerung [Seite 108] und später auch in Deutschland ihre Leser. Bis 1904 bezogen in Europa regelmäßig zwischen 500 und 600 Abonnenten die deutsche Zeitschrift.[57]

Die Bibelforscher organisieren sich in Deutschland

Im Jahre 1903 ließ Otto A. Koetitz die deutsche „Versammlung“ in Allegheny erneut zurück und reiste nach Deutschland. Das neue Zweigbüro der Watch Tower Society in Elberfeld wurde seiner ständigen Aufsicht unterstellt. Damit nimmt die organisierte Tätigkeit der Bibelforscher in Deutschland ihren eigentlichen Anfang.

In Verbindung mit dem Zweigbüro in Elberfeld, Mirkerstr. 45 mietete die Wachtturm-Gesellschaft zum Jahresende 1903 ein Versammlungslokal für regelmäßige gottesdienstliche Zusammenkünfte. Dort fanden jeden Sonntagnachmittag „Andacht, Predigt, Bibelstudium“ statt, und 50 bis 60 Personen nehmen regelmäßig daran teil. In Königsberg und Wermelskirchen versammelten sich 1904 zwischen 30 und 40, in Weidenau 20 bis 25 Bibelforscher. „In mehr als 25 verschiedenen Ortschaften sind Geschwister eifrig an der freien Verteilung [von Schriften] beteiligt“, heißt es.[58] Zu den „Geschwistern“ gehörte Margarete Demut, die 1902 nach Tailfingen kam (sie war in der Schweiz Bibelforscherin geworden) und dort eifrig Traktate verteilte.[59]

Am 23. und 24. April 1905 fand in Elberfeld im Alten Vereinshaus an der Casinostraße „eine Hauptversammlung von Freunden ‚gegenwärtiger Wahrheiten‘“ statt – der erste Kongreß der Bibelforscher in Deutschland. Die meisten der etwa 150 Teilnehmer kamen aus dem Wuppertal.[60]

Neben der Zeitschrift Wachtturm begannen die kostenlosen Traktate eine immer größere Rolle in Deutschland zu spielen und zur Verbreitung der Lehren [Seite 109] der Bibelforscher und zu ihrer Bekanntheit unter der Bevölkerung beizutragen. Die freie Traktatverbreitung in Deutschland und der Schweiz ist erstmals für das Jahr 1896 (4 000 Exemplare) nachgewiesen.[61] Für Deutschland, wo das „Traktatwerk“ nur allmählich größere Formen annahm, werden die Jahre 1898 (15 000 Exemplare)[62] und 1900 (10 108 Exemplare)[63] erwähnt. Doch bereits 1904 wurden in Deutschland offenbar mehr Traktate als in den Vereinigten Staaten verbreitet. Der Bericht des Hauptbüros über das „Dienstjahr 1904“ hebt hervor, daß unter der deutschen Bevölkerung über eine Million kostenloser Traktate und Probenummern des deutschen Wachtturms in Umlauf gebracht wurden und daß „mit einigen der Wahrheitshungrigen Verbindung aufgenommen“ werden konnte.[64]

Allerdings wurden die meisten Traktate in den Jahren 1903 bis 1908 durch das Zweigbüro der Watch Tower Society in Elberfeld als Beilagen in Tageszeitungen versandt.[65] Das deutsche „Bibelhaus“ war jedoch sehr darauf bedacht, das „Traktatwerk“ durch Freiwillige zu fördern. Der persönliche Einsatz beim Evangelisieren, bis heute „Predigtdienst” genannt, wurde im Wachtturm durch den Abdruck einer „Methode zum Kolportieren von Haus zu Haus“ unterstrichen. Man empfahl, täglich mindestens 60 bis 80 Familien mit dem Angebot zu besuchen.[66]

Ein Zeitzeuge erinnert sich an den „Freiwilligendienst“ wie folgt: „Sehr vorteilhaft waren Traktate. Es war eine leichtere Arbeit für das Zeugniswerk. Zum Beispiel gab man sie Kirchenbesuchern nach Verlassen der Kirche am Sonntag. Ein weiterer Ansporn in der Verteilung erfolgte ebenfalls Sonntagvormittag von Haus zu Haus. Waren die Wohnungen geschlossen, steckte man die Traktate unter die Tür oder in den Briefkasten. Durch die Vielseitigkeit der Traktatethemen wurden wir immer wieder aufs neue belebt und erfreut, ferner im Kreise von Freunden und Bekannten Zeugnis zu geben. Auch diente das Hilfsmittel ‚Speise für denkende Christen‘ den Predigern selbst zum Segen in [Seite 110] der Versammlung und war auch eine gute Handreichung in der Verbreitung für jene Menschen, die ein hörendes Ohr hatten.“[67]

Im April 1905 gab Otto A. Koetitz im Wachtturm wie folgt einen Überblick über die Tätigkeit: „Wir wollen auch bei dieser Gelegenheit bemerken, daß die amerikanischen Geschwister dem deutschen Werk in den letzten anderthalb Jahren durch freie Beiträge zur allgemeinen ‚Traktatkasse‘ viele tausend Mark geopfert haben, wofür wir sicherlich alle herzlich dankbar sind. Mehr als anderthalb Million Wachtturmprospekte sind dadurch zur Verbreitung gelangt und das Werk in Gang gebracht worden, und der Erfolg ist erfreulich. Viele hungrige Seelen haben sich gemeldet, und die Zahl derer, die regelmäßig den Wachtturm beziehen, ist auf zirka tausend gestiegen. Die Verantwortung für die weitere Ausbreitung der Wahrheit ist nunmehr großenteils auf die fünfzehnhundert bis zweitausend Wachtturmleser gefallen.“[68]

Nach seiner ersten „Pilgerreise“ (Vortragsreise) berichtete Otto A. Koetitz im Wachtturm vom September/Oktober 1905 über den „Fortschritt der Wahrheit in Deutschland“ folgendes: „Unsere Beobachtung ist die, daß noch viel getan werden kann, um dem Volke Gottes das Licht der Wahrheit zu bringen: Denn wo einzelne Geschwister recht eifrig bemüht sind, ihr Licht leuchten zu lassen und Probeschriften zu verbreiten, da ist auch das Interesse am größten. Mit dem Interesse und Eifer wächst aber auch die Opposition, und daraus entsteht die Gelegenheit, der Wahrheit immer mehr Opfer zu bringen und ‚mit Christo‘ zu leiden.“[69]

Die Aktivitäten der Bibelforscher bewirkten, daß sie bereits 1906 Erwähnung in Meyers Konversationslexikon – sie werden dort fälschlich als „Millenniumsadventisten“ geführt – fanden. Es heißt über sie: „Sie treiben auf dem Kontinent eine rege Propaganda durch die ‚Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft‘ in Elberfeld und dem Verlag ‚Aussicht‘ in Thun (Zeitschriften: ‚Zions Wachtturm‘ und ‚Aussicht‘). 1905 wurden 21 Mill. Traktatseiten verbreitet, dazu 6229 Bände. Ihre in dem von Russell verfaßten ‚Millenniumstagesanbruch‘ (‚Millennial dawn series‘, Allegheny 1896-99, 6 Bde.) niedergelegte Glaubensanschauung gipfelt in einer Berechnung der Zeitalter, die für das Jahr 1914 das Tausendjährige Reich erwartet. In der gegenwärtigen ‚Erntezeit‘ werden die Auserwählten gesammelt, die Gottlosen werden später vernichtet. [Seite 111] Organisiert ist die Gemeinschaft in losen Lokalvereinigungen; eine Statistik existiert nicht. Ihr Gesangbuch hat den Titel ‚Zionslieder‘ (1905).“[70]

Im Februar und März 1906 fanden mehrere „Versammlungen im Interesse der Wahrheit, geleitet von Vertretern der Wachtturm, Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Elberfeld“ statt: In Wermelskirchen (18. Februar, 4. und 18. März, 1. und 22. April), Remscheid (25. Februar, 11. März, 22. April), Wanne/Westfalen (4. Februar, 18. März, 29. April) und in Derschlag (25. März [vermutlich bei Gummersbach]). Ab April 1906 gab es „bis auf Weiteres“ in Solingen jeden Mittwochabend Zusammenkünfte.[71] Den Kern der Religionsgemeinschaft bildeten vor allem solche Bibelforscher, die an der jährlich stattfindenden „Gedächtnismahlfeier“ (Abendmahl des Herrn) aktiv teilnahmen. Für die Feier am 8. April 1906 sind folgende Orte bekannt: Berlin (5 Teilnehmer), Dresden (17), Elberfeld (90), Königsberg (18), Wanne (etwa 40) und Wermelskirchen (etwa 40).[72] Es ist anzunehmen, daß an allen oben genannten Orten, einschließlich in Elberfeld und Weidenau, die ersten „Versammlungen“ oder Gemeinden der Bibelforscher in Deutschland gegründet wurden.

Das Büro der Religionsgemeinschaft wies 1908 – inzwischen waren größere Räumlichkeiten in Barmen bezogen worden – ausdrücklich darauf hin, daß zur freien Verbreitung von Traktaten keine staatliche Erlaubnis notwendig war.[73] Erstmals wurden 1909 mehr Traktate durch Freiwillige verbreitet als durch das Versenden als Beilagen in Zeitungen. (Die Bibelforscher verteilten durch persönlichen Einsatz über 2,6 Millionen Traktate, während als Zeitungsbeilagen 986 400 Traktate Verbreitung fanden.)[74]

Im Mai 1909 besuchte C. T. Russell das dritte Mal Deutschland. In Berlin hießen ihn 50 oder 60 Bibelforscher willkommen. Seinen biblischen Vortrag „Wo sind die Toten?“ hörten am 25. Mai 1909 in den „Hohenzollernsälen“ von Berlin 500 Anwesende. (400 Personen konnten in dem zu kleinen Saal keinen Einlaß finden.) Am 26. Mai 1909 sprach C. T. Russell zu etwa 1 000 Anwesenden in Dresden; etwa 70 Bibelforscher hatten zuvor zur Begrüßung bereitgestanden, die Hälfte stammte aus Dresden. Am 27./28. Mai war der Präsident der Watch Tower Society in Barmen-Elberfeld, wo er zu etwa 1 000 Personen sprach. Bei der Abendversammlung sind 300 Bibelforscher anwesend.[75]

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Der Wachtturm wurde 1909 monatlich an über 3 000 Abonnenten versandt, so daß auf mindestens 5 000 deutsche Leser geschlossen werden konnte. (Etwa 600 Abonnenten erhielten die Zeitschrift gratis.) Von Barmen aus wurden 38 214 Exemplare des Wachtturms und 91 700 Probenummern der Zeitschrift, 9 274 Broschüren und rund 8 000 Bände der Schriftstudien versandt.[76]

Da sich der vorliegende Beitrag hauptsächlich mit den deutschen Bibelforschern um die Jahrhundertwende beschäftigt, folgen hier nur noch kurze Hinweise auf die weitere Entwicklung der Leser- und Mitgliederzahlen:

Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 war die Zahl der regelmäßigen Wachtturm- Leser monatlich auf etwa 5 000 Personen gestiegen; über 52 800 Besucher hörten die insgesamt 262 öffentlichen Bibelforscher-Vorträge, und über 14 700 Personen, die Gratisliteratur wünschen, gaben ihre Adressen ab.[77] Am „Gedächtnismahl“ am 10. April 1914 nahmen 1 440 Bibelforscher teil, die sich auf folgende Orte verteilten: Angerburg und Umgegend (33), Barmen (500), Berlin (133), Breslau (19), Bromberg (30), Chemnitz (13), Danzig (30), Dresden (103), Erkenschwick (17), Gelsenkirchen (34), Haiger (13), Hamburg (75), Königsberg (22), Leipzig (29), Mülhausen (43), Nürnberg (24), Reichenbach (28), Remscheid (23), Siegen (35), Stettin (29), Stuttgart (22), Teplitz (16), Wermelskirchen (19) und Zwickau (14). Orte mit 10 Teilnehmern und darunter: Biehla, Bremen, Daaden, Freudenstadt, Görlitz, Holzhausen, Iserlohn, Kiel, Kleschinz, Meerane, München, Neumünster, Posen, Saalfeld, Stolp und Tübingen.[78]

Bis zum Jahr 1925 stieg die Zahl der Teilnehmer am jährlichen Gedächtnismahl auf über 23 300 Personen.[79] Im Jahre 1931 änderte die Religionsgemeinschaft ihren Namen auf „Jehovas Zeugen“. Am 9. April 1933 – Adolf Hitler und seine Nationalsozialisten hatten begonnen, ihre Macht zu entfalten – nahmen insgesamt 24 843 Personen (185 Teilnehmer im Saargebiet) an der jährlichen Feier zum Gedenken an den Tod Jesu Christi teil. Kurz darauf begannen die Verbote und Verfolgung der Religionsgemeinschaft in den deutschen Ländern, wobei die Hälfte der Zeugen Jehovas Opfer des Nationalsozialismus wurden – durch Haft, Hinrichtung, Verlust von Kindern (Fürsorgeentzug), des Arbeitsplatzes oder der Rente.[80] Heute, im Jahre 2000, sind weltweit 6 Millionen Zeugen Jehovas in 90 000 Versammlungen oder Gemeinden aktiv, davon über 167 000 „Verkündiger“ (Prediger der guten Botschaft) in 2 114 Gemeinden [Seite 113] in Deutschland.[81] Insgesamt wird die Zahl der getauften Zeugen Jehovas in Deutschland gegenwärtig auf über 192 000 Personen geschätzt.

Es folgen Biographien von einigen Bibelforschern, die sehr früh eine Rolle in der Geschichte der Religionsgemeinschaft spielten, und danach eine Kurzübersicht zu einigen wichtigen Daten dieser Epoche.

Otto Albert Koetitz

Otto A. Koetitz (auch: Kötitz; geboren am 12. Januar 1873 in Kranichfeld, Sachsen-Weimar) wanderte mit seinen Eltern 1881 in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Bevor er seine Ausbildung als lutherischer Prediger beendet hatte, kam er mit den biblischen Lehren C. T. Russells in Berührung und verband sich mit den ersten deutschen Bibelforschern in Pennsylvanien.

Im Frühling 1892 wurde der 19jährige Bibelforscher Mitarbeiter im „German Publishing Department“ im „Bibelhaus“ der Watch Tower Society in Allegheny. Zwei Jahre später, 1894, unterbrach er für kurze Zeit seinen Dienst und besuchte im Interesse des „Erntewerkes“ Deutschland.[82] Nachdem Otto von Zech, der deutsche Übersetzer der Watch Tower Society, eine Verschwörung gegen den Präsidenten der Watch Tower Society angestiftet hatte, kehrte Otto A. Koetitz, der loyal zu C. T. Russell hielt, nach Allegheny zurück.[83] Im Jahre 1895 erhielt er vom Präsidenten der Watch Tower Society den Auftrag, eine Übersetzung der ersten drei Bände der Millennium-Tagesanbruch-Serie zu beginnen, da die vorhandenen deutschen Übersetzungen der ersten zwei Bücher, die Otto von Zech vorgenommen hatte, als ungeeignet verworfen wurden.[84] Von April 1897 an war Koetitz Hilfsredakteur der ebenfalls neu aufgelegten deutschen Bibelforscher-Zeitschrift Zions Wacht-Turm.[85]

Im Mai und Juni 1901 besuchte er als „Pilgerbruder“ oder reisender Vortragsredner der Watch Tower Society vier Orte in Pennsylvanien: Avonmore, Brownsville, Butler und Allegheny.[86]

Nachdem C. T. Russell im Jahre 1903 Deutschland besucht und in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal) ein Gebäude für ein Zweigbüro der Watch Tower Society in Deutschland gemietet hatte, übertrug er A. O. Koetitz die [Seite 114] ständige Leitung des neuen Büros. Koetitz traf im Oktober 1903 dort ein, zusammen mit seiner Frau Jennie und Tochter Elfriede (seine Tochter Phoebe wurde 1904 geboren), und er stand von nun an der kleinen „Bethelfamilie“, die sich in Elberfeld und später in Barmen (ab April 1909) befand, vor. Gleichzeitig war er für die Veröffentlichung des Wachtturms, der seit 1903 in Deutschland gedruckt wurde und von Januar 1904 an monatlich erschien, verantwortlich.[87]

Neben seiner Arbeit als Landesleiter begann A. O. Koetitz von 1905 an in Deutschland und in der Schweiz als „Pilgerbruder“ zu reisen. Auf seiner ersten Pilgerreise legte er 3 000 Kilometer zurück und hielt in Reichenbach, Dresden, Berlin, Königsberg, Danzig, Stettin, Hamburg, Bremen und Leer öffentliche Vorträge.[88] Im Frühjahr 1906 ging er auf eine Vortragsreise in die Schweiz und kam nach Basel, Bern und Zürich; Vorträge in Stuttgart schlossen sich an.[89] Kurz darauf besuchte er Gestringen, Bremen, Hamburg, Kopenhagen, Stettin, Berlin, Guben, Dresden und Reichenbach.[90] Vom Dezember 1909 an unterstützte ihn Hermann Herkendell als „Pilgerbruder“, da er „die so sehr nötigen Pilgerreisen zu den verschiedenen Versammlungen nicht mehr allein auszuführen“ vermochte.[91]

Otto A. Koetitz diente bei Besuchen C. T. Russells als Übersetzer. In Berlin erlitt er 1913 beim Übersetzen für Joseph F. Rutherford, den Stellvertreter des Präsidenten der Watch Tower Society, einen Lungenriß.[92] Anfang 1915 wurde Koetitz von Conrad Binkele als Landesleiter für Deutschland abgelöst.[93] In der Ausgabe vom Februar 1915 findet sich im Wachtturm zunächst der letzte Vermerk mit seinem Namen: „Für die Redaktion verantwortlich: O. A. Koetitz, Barmen“.[94]

[Seite 115]

Von Februar bis Juli 1916 gehörte Otto A. Koetitz gemeinsam mit vier anderen Bibelforschern einem von C. T. Russell eingesetzten Komitee an, dem die Leitung des Werkes in Deutschland unterstand, und von nun an war Koetitz wieder für die Herausgabe des Wachtturms mitverantwortlich.[95] Während dieser Zeit reiste er gleichzeitig als „Pilgerbruder“. Am 24. September 1916 verstarb er im Alter von 43 Jahren. Seine Ehefrau Jennie kehrte mit den Kindern im Oktober 1916 in die Vereinigten Staaten zurück.[96]

Adolf Weber

Der Schweizer Adolf Weber gehörte zu den ersten deutschsprachigen Bibelforschern in den Vereinigten Staaten. Er lernte C. T. Russell im Jahre 1890 persönlich kennen und wurde in der „Kapelle“ des Bibelhauses in Allegheny als Bibelforscher getauft. Zeitweise arbeitete er als Gärtner für den Präsidenten der Watch Tower Society. Später kehrte er in seine Schweizer Heimat zurück.[97]

Ab 1896 war Adolf Weber in seiner Schweizer Heimat missionarisch aktiv und versandte allein in diesem Jahr innerhalb der Schweiz und nach Deutschland über 4 000 Bibelforscher-Traktate. Er veranlaßte, daß einige Buchhändler in der Schweiz die drei Bände der Millennium-Tagesanbruch-Serie C. T. Russells in ihr Sortiment aufnahmen. Ein kirchliches Sonntagsblatt veröffentlichte zweimal kostenlose Anzeigen für die Serie. Die Bücher wurden an „alle, die die Wahrheit lieben“ auch ausgeliehen, und besonders Arme machten davon Gebrauch. Im Dezember 1896 gingen bei Adolf Weber fast täglich Bestellungen für Wachtturm-Literatur ein. Daher schlug er dem Hauptbüro in Allegheny vor (sein Brief wurde im Februar 1897 veröffentlicht und kommentiert), baldmöglichst eine deutschsprachige Ausgabe von Zion’s Watch Tower herauszubringen, um das wachsende Interesse zu fördern. Die Watch Tower Society ging positiv auf das Anliegen ein: eine kleine, monatliche Ausgabe des „German TOWER“ sollte bald erscheinen. Ausschlaggebend dafür sind die Aktivitäten von Bibelforscherinnen in Deutschland, wie die von Margarete Giesecke, die in Berlin die Bücher Millennium-Tagesanbruch verleiht, und man bittet, alle interessierten deutschen Freunde, sich zu melden.[98]

[Seite 116]

Im April 1897 war es soweit: Die erste Nummer des deutschen Wachtturms ist verfügbar. Adolf Webers Name erscheint in der dritten Ausgabe der Zeitschrift (Juni 1897) als Kontaktadresse für die Schweiz: „Adolf Weber, Halte du Creux, Convers, St. Neuchatel.“[99] (Noch Jahre später, 1911, heißt es im Impressum der Zeitschrift über Bibelforscher-Traktate: „Französische und italienische Volkskanzeln zum freien Verteilen bezieht man gratis von A. Weber, Convers, Schweiz.“)[100] Adolf Weber, „der das französische Werk in Händen hat“, wurde im Februar 1899 für seine aufopferungsvolle Arbeit – zusammen mit Margarete Giesecke (Deutschland) und Jos. S. Winter (Dänemark) – lobend erwähnt.[101] Von 1903 bis 1913 übersetzte Adolf Weber die Bücher Millennium-Tagesanbruch (ab 1905 bzw. 1908 Schriftstudien genannt) und andere Veröffentlichungen der Watch Tower Society ins Französische. Er missionierte nicht nur in seiner Schweizer Heimat, sondern auch in Frankreich und Italien.[102]

In einem Leserbrief schrieb er 1917: „Ich war auch einer der ersten, der die Schriftstudien (damals Millennium Tagesanbruch) in deutscher Sprache las und für dieselben in Pennsylvanien und den angrenzenden Staaten arbeitete.[103] Nächst unserem Herrn war es der liebe Bruder Russell, der mir ermöglichte, bis zum Jahre 1913 die Studien und die meisten anderen Veröffentlichungen in französischer Sprache zu übersetzen. Er erlaubte mir auch, einer der ersten zu sein, der die gegenwärtige Wahrheit in Europa, und besonders in der Schweiz und Frankreich einführte. Auch durfte ich ihm bei verschiedenen Gelegenheiten als Dolmetscher dienen.“[104]

Margarete E. Giesecke

Der Name Margarete E. Giesecke tauchte im Februar 1897 im Watchtower mit der Bemerkung auf, daß diese Bibelforscherin eifrig in Berlin die Bände Millennium-Tagesanbruch verleiht und Traktate verteilt. Offenbar schlossen sich in [Seite 117] Deutschland viele Frauen der Religionsgemeinschaft an, denn der Watchtower erwähnt, daß zur gleichen Zeit, also 1896, in einem Hamburger Krankenhaus eine Krankenschwester mit Namen Mattern und fünf andere Schwestern regelmäßig C. T. Russells Bücher studierten. Die sechs Frauen wurden angefeindet und fürchteten, ihre Stellung zu verlieren.[105] (Allerdings kamen nicht nur Frauen zu Bibelstunden zusammen, sondern auch Männer, zum Beispiel in Württemberg (seit 1893), wie aus einem Leserbrief hervorgeht.)[106]

Als die Watch Tower Society zum 1. April 1897 in Allegheny, Pennsylvanien, eine deutsche Ausgabe des Watch Towers mit dem Titel Zions Wacht-Turm und Verkünder der Gegenwart Christi veröffentlichte, gab es bereits in Berlin, Nürnberger Str. 66 ein bescheidenes Literaturdepot, das Margarete Giesecke verwaltete und eine kleine Schar deutscher Leser in Europa versorgte.[107] Ihr Name und ihre Anschrift sind durch die Impressumseite der ersten deutschen Wachtturm-Ausgabe bekannt. Aus dem erstmals im Januar 1898 in deutscher Sprache veröffentlichten Jahresbericht der Watch Tower Society geht hervor, daß monatlich 500 deutsche Exemplare der Zeitschrift versandt worden sind. Es heißt: „[…] die Zahl der Tiefinteressierten nimmt allmählich zu.“[108] Margarete Giesecke gehörte zu den Bibelforschern in Europa, die, wie es 1899 hieß, „schon mehrere Jahre im Harnisch“ waren und die Last der Missionierung trugen.[109]

Die erste Ausgabe des Wachtturms ermunterte die Leser bereits zum Missionieren: „Diese [Traktate], sowie Vorgänge des ‚Wacht Turm‘ senden wir allen denen umsonst, die sie sorgfältig austeilen wollen. Dieselben werden aus einer allgemeinen Kasse bezahlt, welche als ‚Wacht Turm Traktat-Kasse‘ bekannt ist, und für welche nur freiwillige Spenden willkommen sind.“[110] Doch Margarete Giesecke blieb auf finanzielle Unterstützung aus Übersee angewiesen. „Unser Interesse für die deutschen Glaubensfreunde (uns noch unbekannt) hat nicht abgenommen, sondern vielmehr zugenommen“, hieß es ermutigend aus dem Hauptbüro in Allegheny im Frühjahr 1898. Was die Zunahme an Abonnenten für den Wachtturm betraf, so entsprachen die mageren Resultate [Seite 118] während des ersten Jahres nicht den Erwartungen.[111] Noch setzte sich der größte Teil der Wachtturm-Leserschaft aus deutschsprachigen Personen in den Vereinigten Staaten zusammen.

Eine deutsche Übersetzung des Bibelforscher-Buches Der Tag der Rache, der 4. Band der Bücherserie Millennium-Tagesanbruch, war 1898 „von Geschwistern in Europa unaufgefordert begonnen“ worden.[112] An der Übersetzung war Margarete Giesecke beteiligt.[113] Sie übersetzte viele Beiträge für den Wachtturm, was durch das Kürzel „M. G.“ angezeigt wird.[114]

Außer „M. G.“ erscheint in der Zeitschrift das Kürzel „Übers. v. Frl. H. G.“.[115] Die beiden Abkürzungen „Übers. v. H. G.“ und „Übers. von M. G.“ sind in vielen frühen Nummern des Wachtturms zu finden.[116] Wer war Fräulein „H. G.“? Im Januar 1900 nannte der Herausgeber am Schluß eines Artikels ihren Namen: „Übersetzt von Helene Giesecke.“[117] Möglicherweise handelt es sich bei Margarete und Helene Giesecke um Mutter und Tochter. Das Geschichtsarchiv bei der Wachtturm-Gesellschaft der Zeugen Jehovas ist im Besitz eines alten Fotos, das eine Frau und ein Mädchen (Mutter und Tochter?) zeigt und in einem Atelier in Berlin vergrößert wurde, vielleicht um das Jahr 1900, doch keine weiteren Beschriftungen aufweist. Ob das Bild vielleicht Margarete und Helene Giesecke zeigt?

Im Jahre 1899 zog Margarete Giesecke von Berlin nach Bremen, und das deutsche Literaturdepot der Watch Tower Society wurde damit ebenfalls nach Bremen, Haverkamp und im Jahre 1900 in die Nordstraße 66 verlegt wurde.[118] Margarete Giesecke, die noch immer dafür verantwortlich war, plante schließlich, nach Giengen (bei Ulm) umzuziehen, wo bereits vier Bibelforscherinnen tätig waren. Der Umzug nach Süddeutschland scheiterte jedoch an Widerständen in der Giengener Bevölkerung: Die angemietete Wohnung wurde gekündigt, nachdem der Ortspfarrer die Vermieterin unter Druck gesetzt hatte; und [Seite 119] eine ortsansässige Bibelforscherin mit Namen Fink wurde auf offener Straße angepöbelt.[119]

Weitere Einzelheiten zur Lebensgeschichte dieser fleißigen Frau, die zu den ersten Bibelforscherinnen in Europa zählt, sind nicht bekannt.

Hermann Herkendell

Der Volksschullehrer Hermann Herkendell (geboren 1889) lernte 1905 durch ein Traktat der Wachtturm-Gesellschaft die biblischen Lehren der Bibelforscher kennen und verteilte bald selbst solche Flugschriften in seiner Schulklasse.[120] Nach seinem Austritt aus der evangelischen Kirche wurde der junge Mann vom Religionsunterricht suspendiert und verlor seine Stellung als Lehrer.[121]

Im Jahre 1908 wurde er „Kolporteur“ oder Vollzeitprediger der Religionsgemeinschaft. Die Wachtturm-Gesellschaft in Barmen (Verlagsgesellschaft der Gemeinschaft) sandte ihn nach Bielefeld, um Abonnenten des Wachtturms miteinander bekanntzumachen und dort eine Ortsgruppe der Religionsgemeinschaft zu gründen;[122] er war auch mehrere Monate in Stuttgart aktiv.[123] Im Herbst 1908 – er war 19 Jahre alt – verband er sich mit der Ortsversammlung der „Ernsten Bibelforscher“[124] in Dresden und setzte dort seinen „Kolportage“-Dienst fort.

[Seite 120]

Der Wachtturm kündigte im Dezember 1909 an, daß Hermann Herkendell als „Pilgrim“ oder „Pilgerbruder“ (Vortragsredner) reisen wird. „Über Versammlungen und Vorträge und Besuche seitens eines Bruders, den wir als gegründet in der Wahrheit empfehlen können, hören wir gerne umgehend“, hieß es.[125] Anfang 1910 gab er seine Tätigkeit in Dresden auf, um als erster ständiger „Pilgerbruder“ oder reisender Prediger (Ältester) regelmäßig den „Versammlungen“ oder Bibelforschergemeinden zu dienen. Im Januar 1910 wurde den Wachtturm-Lesern folgendes angekündigt:

„Pilgerbesuche in Süddeutschland und der Schweiz. Voraussichtlich wird Bruder Herkendell in den Monaten Februar und März Süddeutschland und die Schweiz bereisen und von Barmen aus über Siegen, Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Stuttgart, Eßlingen, Göppingen, Ulm, Giengen, Heidenheim, Augsburg, München, Chur, Zürich, Bern, Basel, Mühlhausen, Colmar, Straßburg, Karlsruhe, Mannheim, Wiesbaden, Coblenz, Bonn, Cöln fahren. Freunde der Wahrheit in diesen Städten und umliegenden Ortschaften, oder auf der Strecke zwischen diesen, die Bruder Herkendells Besuch auf höchstens ein bis zwei Tage wünschen, bitten wir, uns umgehend zu schreiben und anzugeben, welcherlei Gelegenheiten sich bieten, Bibelbetrachtungen oder Ansprachen über den Plan der Zeitalter in einer größeren Wohnstube oder einem kleineren Saale abzuhalten, oder auch im kleinen Kreise mit Geschwistern in Christo und Interessierten zu sprechen und sich im Namen des Herrn mit ihnen zu versammeln zur Förderung im allerheiligsten Glauben.“[126]

Über seine Einsetzung heißt es später: „Das Werk der Wahrheit wuchs. Bruder Kötitz vermochte die so sehr nötigen Pilgerreisen zu den verschiedenen Versammlungen nicht mehr allein auszuführen. Da gab jener junge Bruder die Kolportage auf und begann von etwa 1910 an als  e r s t e r  ständiger Pilgerbruder alle Versammlungen Deutschlands und der angrenzenden deutschredenden Länder auf regelmäßigen Pilgerreisen zu besuchen, ihnen den Trost und die Erfrischung durch das Wort der Wahrheit bringend. Und seit dieser Zeit ist er nicht mehr aus diesem Dienste getreten, nur einmal, als er in innen und aussen bewegter Zeit, in schwierigsten Verhältnissen, mutig, auf Gottes Beistand bauend, [Seite 121] von April 1916 bis Februar 1918 die Leitung des Deutschen Werkes übernahm, die in dieser Zeit bei ihm in treuen und edlen Händen geruht hat.“[127]

In das Jahr 1911 fällt eine Unterbrechung seines Reisedienstes. Im August 1911 ehelichte er die Glaubensschwester Martha Jander, die Tochter eines wohlhabenden Gießereibesitzers. Aus der Verbindung sollte Tochter Ruth hervorgehen.[128] Das junge Paar unternahm als Hochzeitsreise eine mehrmonatige Reise nach Rußland, um dort die Kolportage unter den Deutschrussen zu beginnen.[129] Im Jahresbericht der Wachtturm-Gesellschaft für 1911 heißt es jedoch: „Rußland ist gegen die Wahrheit ziemlich verschlossen, wiewohl wir per Post doch in der Lage sind, den bereits gefundenen Geschwistern die Schriften zugehen zu lassen. Zur Kolportage indes haben die Geschwister Herkendell, die kürzlich dorthin gereist waren, keine Erlaubnis bekommen.“

Nach der Rußlandreise ging Hermann Herkendell mit seiner Frau nach Stuttgart, um in Württemberg als Kolporteur zu dienen. Wahrscheinlich fällt in diese Zeit die Entbindung seiner Frau. Emil Lanz aus Mülhausen stellte sich daraufhin als „Pilgerbruder“ zur Verfügung, um die Besuche der Bibelforscher und Gruppen zu unternehmen.[130] Hermann Herkendell setzte seine Reisetätigkeit erst wieder im August und September 1912 fort.[131]

Im Februar 1916 wurde er Mitglied des fünfköpfigen „Leitkomitees“, das C. T. Russell für das Werk der Religionsgemeinschaft in Deutschland einsetzte.[132] Von August bis September 1916 war er Schriftleiter des Wachtturms. Im Oktober 1916 übernahm Paul Balzereit die Verantwortung hierfür, da Hermann Herkendell eingezogen wurde.[133] Da Hermann Herkendell den Militärdienst verweigerte, drohten die Militärbehörden mit seiner Erschießung. Er wurde danach kurzfristig in eine Düsseldorfer Nervenanstalt verbannt.[134]

Vom Februar 1917 bis Januar 1918 war Hermann Herkendell erneut der Leiter des deutschen Zweigbüros der Watch Tower Society in Barmen und damit für die Organisierung des Werkes der Religionsgemeinschaft in Deutschland verantwortlich. Nach seiner Ablösung durch Max Cunow aus Leipzig, der eine Zeitlang dem Büro und dem „Bibelhaus“ in Barmen vorstehen sollte, siedelte [Seite 122] Hermann Herkendell nach Dresden über, wo er wieder den „Pilgerdienst“ begann. Seine neue Anschrift war „Dresden-A., Ludwig-Richter-Str. 18, III“.[135]

Ruth Warter, die 1923 in Uszlöknen (Memelland) lebte, berichtet von einem Besuch Hermann Herkendells als „Pilgerbruder“: „Ich sehe letzteren noch heute mit meinem inneren Auge am Harmonium sitzen. Er spielte und sang das Lied ‚Hell brennen uns’re Lampen, das Kleid ist weiß und rein.‘ Er konnte wunderbar singen. Keiner wagte mitzusingen, um den Klang seiner Stimme zu genießen. Als das Lied zu Ende war, wandte er sich um und fragte: ‚Ja, warum singt ihr denn nicht?‘ Und wir saßen wie gebannt. Auch er schwieg, er hatte uns verstanden. Welch herrliche Gaben der Schöpfer doch seinen Menschenkindern verliehen hat. Wohl dem, der sie zu seiner Ehre nutzen tut.“[136]

Hermann Herkendell setzte den Pilgerdienst bis zu seinem frühen Tod mit 37 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit fort. Der Tod ereilte ihn am 17. August 1926 auf einer Vortrags- oder „Pilgerreise“ durch Pommern. Seine Beerdigung fand am 21. August 1926 in Dresden statt.

Max Cunow

Max Cunow (geboren 13. Januar 1849 in Schokken, Kreis Wongrowitze; verstorben 1933), ein Guts- und Molkereibesitzer, wurde 1902 Bibelforscher.[137] Er zeigte so große Wertschätzung für die erlangte biblische Erkenntnis, daß er 1909 seinen Besitz verkaufte und das neue Heim des „Bibelhauses“ (Zweigbüro der Watch Tower Society), das damals gerade von Elberfeld nach Barmen verlegt worden war, mit Möbeln ausstattete.[138] Ab Januar 1916 reiste er als „Pilgerbruder“ und besuchte die Bibelforschergruppen oder Versammlungen.

Im Januar 1918 wurde Max Cunow in das „Bibelhaus“ nach Barmen berufen, „um dem Büro und Hause vorzustehen, sowie die Verantwortung für die Schriftleitung des Wachtturms zu übernehmen“.[139] Auf dem Bibelforscher-Kongreß in Leipzig vom 31. Oktober bis 2. November 1919 – mit annähernd 800 Teilnehmern und der bislang größten Taufe (91 Täuflinge) – fielen ihm als Landesleiter und dem Pilgerbruder Hermann Herkendell die besondere Ankündigung zu, daß – wie in den Vereinigten Staaten – auch in Deutschland eine neue 32seitige zweiwöchentlich erscheinende Zeitschrift, Das Goldene Zeitalter (engl. The Golden Age, heute Erwachet!), als Ergänzung zum Wachtturm [Seite 123] geplant sei.[140] Die erste englische Ausgabe war bereits zum 1. Oktober 1919 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht worden. Wie Max Cunow ausführte, sollte die Zeitschrift „auf deutsche Verhältnisse übertragen werden, sobald die Zustimmung von dem Hauptbüro und nähere Erklärungen eingegangen sind“.[141]

Die erste deutschsprachige Ausgabe des Goldenen Zeitalters erschien nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz. Am 1. Oktober 1922 wurde die erste Ausgabe der Zeitschrift von der Watch Tower Society in Bern, Schweiz, im Verlag Goldenes Zeitalter herausgegeben. Ein halbes Jahr später, zum 1. April 1923, verlegte die reichsdeutsche Sektion der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung in Barmen eine eigene deutsche Ausgabe (zweimal monatlich und 16seitig). Als Druck- und Verlagsadresse war „Druckerei des Goldenen Zeitalters, Barmen, Unterdörnerstraße 76“ angegeben. Der vollständige Titel der magazinähnlichen Zeitschrift (1922-1937) lautete: Das Goldene Zeitalter. Eine Zeitschrift, gegründet auf Tatsache, Hoffnung und Überzeugung. Der Name wurde später auf Trost (1938-1946; engl. Consolation) und dann auf Erwachet! (seit 1947, engl. Awake!) geändert.

Joseph F. Rutherford, der zweite Präsident der Watch Tower Society und Nachfolger C. T. Russells, schrieb am 2. November 1920 anläßlich eines Europabesuches aus Bern: „Unser lieber Bruder Cunow hat das Werk in Deutschland geleitet während der stürmischen Zeit der letzten paar Jahre, und mußte sicherlich vielen prüfungsvollen Erfahrungen standhalten. Er bat, von dieser Last befreit zu werden; wir schätzen sehr seinen Eifer und seine liebende Ergebenheit zum Herrn und seinem Werke und die Dienste, die er geleistet hat. Aber es scheint uns gut zu sein vor dem Herrn, daß wir seine Resignation annehmen. Fernerhin wird Bruder Cunow alle seine Zeit dem Pilgerdienst zuwenden, und ich bin überzeugt, der Herr wird diesen Dienst segnen zu seiner eigenen Verherrlichung.“[142]

Kurz darauf, am 4. und 5. November 1920, kam der Präsident der Gesellschaft in Basel mit 26 führenden Bibelforschern aus Deutschland zusammen, um die Neuorganisation des Werkes zu besprechen. Max Cunow, den Vorschlag des Präsidenten, „in den Pilgerdienst einzutreten, freudig hinnehmend“, wurde durch Paul Balzereit aus Kiel abgelöst.[143] Max Cunow verstarb am 15. Februar 1933.[144]

[Seite 124]

Übersicht wichtiger Daten

1882 – Die deutschen Bibelforscher in den Vereinigten Staaten bitten um die Veröffentlichung von Schriften in der Muttersprache.

1883 – Eröffnung der „deutschen Traktatkasse“, um den Druck und die Verbreitung deutscher Flugschriften durch freiwillige Spenden zu finanzieren.

1884 – Die Verlagsgesellschaft der Religionsgemeinschaft (Watch Tower Society, Wachtturm-Gesellschaft)[145] wird als nichtkommerzielle Gesellschaft in Allegheny (Pennsylvanien) gesetzlich eingetragen, deren erster Präsident Charles Taze Russell ist.

1885 – Die erste Bibelforscher-Publikation in Deutsch (eine einzelne Missionsausgabe des Wachtturms).

1886 – Eine kleine deutsche Edition von Zion’s Watch Tower erscheint (bis 1892). C. T. Russell veröffentlicht das Buch The Divine Plan of the Ages, den 1.  Band der Bücherserie.

1888 – Das Buch Der göttliche Plan der Zeitalter (engl. 1886), der 1. Band der Millennium-Tagesanbruch Serie, erscheint in Deutsch (Übersetzung Von Zech). Wahrscheinlich gibt es von nun an Traktate in Deutsch (oder ab 1894).

1891 – C. T. Russell besucht Hannover, Berlin, Wittenberg, Leipzig, Dresden, Wien, Straßburg, Köln und Mainz. (In den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in anderen Ländern gibt es schätzungsweise 4 000 Bibelforscher. Monatlich werden 10 000 Exemplare des Watch Towers verbreitet, worauf auf etwa 15 000 Leser geschlossen wird; es gibt über 100 deutsche Leser.)

1892/1893 – Der 2. Band (engl. 1889) der Serie Millennium-Tagesanbruch in Deutsch (Übersetzung Von Zech). Otto Albert Koetitz wird 1892 Mitarbeiter C. T. Russells in Allegheny (bis 1903).Von der deutschen Bibelforschergemeinde in Pennsylvanien geht die Initiative zur Missionierung Deutschlands aus. In Württemberg kommen Bibelforscher zu gottesdienstlichen Zusammenkünften zusammen.

1895 – Otto A. Koetitz beginnt, die ersten beiden Bände Millennium-Tagesanbruch neu ins Deutsche zu übersetzen.

[Seite 125]

1896 – Der 1. und 2. Band (neu übersetzt) sowie der 3. Band der Bücherserie (engl. 1891) erscheint in Deutsch. In Berlin, Hamburg und anderen Orten sind Bibelforscher tätig; Adolf Weber sendet von der Schweiz aus Traktate nach Deutschland.

1897 – Die Zeitschrift Zion’s Wacht-Turm erscheint von nun an regelmäßig in deutscher Sprache. Die deutschen Leser in Europa werden von der Bibelforscherin Margarete Giesecke und einem Literaturdepot in Berlin versorgt. Bald werden monatlich 500 deutsche Exemplare der Zeitschrift versandt.

1899 – Verlegung des Versanddepots von Berlin nach Bremen, Haverkamp, später (1900) in die Nordstraße 66.

1900 – In Deutschland werden 3 000 Probenummern des Wachtturms und über 10 000 Traktate verteilt. Der 4. Band der Bücherserie steht in Deutsch zur Verfügung.

1902 – Eröffnung eines kleinen Büros der Watch Tower Society in Elberfeld (Straße unbekannt). An verschiedenen Orten in Deutschland organisieren Wachtturm-Leser „Klassen“, um die Bibel zu studieren, und legen damit die Grundlage für spätere „Versammlungen“ (Gemeinden).

1903 – C. T. Russell mietet in Elberfeld, Mirkerstraße 45 ein Haus, das als Zweigbüro der Watch Tower Society dient (bis 1907). Zion’s Wacht-Turm wird von nun an in Deutschland gedruckt. Otto Albert Koetitz erhält die Leitung des Zweigbüros (bis 1915).

1904 – Zion’s Wacht-Turm erscheint nun monatlich. In Elberfeld, Königsberg, Wermelskirchen und Weidenau versammeln sich Bibelforscher regelmäßig zu gottesdienstlichen Zusammenkünften.

1905 – In Elberfeld findet die erste „Hauptversammlung“ (Kongreß) mit etwa 150 Bibelforschern aus der Umgebung statt. Es gibt über 1 500 Wachtturm-Leser.

1906 – In Berlin, Derschlag (vermutlich bei Gummersbach), Dresden, Elberfeld-Barmen, Königsberg, Remscheid, Wanne/Westfalen, Solingen, Weidenau, Wermelskirchen und anderen Orten sind wahrscheinlich die ersten „Versammlungen“ oder Gemeinden der Bibelforscher entstanden.

1907 – Der Wachtturm hat eine monatliche Verbreitung von 1 800 Exemplaren (rund 1 000 Abonnenten). Nur einige von ihnen beteiligen sich an der Verteilung von Bibelforscher-Schriften.[146]

1908 – Umzug des Zweigbüros nach Barmen, Werter Straße 39.

[Seite 126]

1909 – Das Zweigbüro zieht in die Unterdörnerstraße 76 in Barmen (1923 Umzug nach Magdeburg). C. T. Russell besucht im Mai 1909 das dritte Mal Deutschland; er hält in Berlin, Dresden und Barmen-Elberfeld biblische Vorträge. Es gibt 3 000 regelmäßige Wachtturm-Abonnenten.

1914 – Etwa 5 000 Personen lesen den Wachtturm regelmäßig. Rund 53 000 Personen werden bei den öffentlichen Bibelforscher-Vorträgen gezählt. Am „Gedächtnismahl“ nehmen 1 440 Bibelforscher teil.

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[1] In Anlehnung an das Gleichnis Jesu Christi im Matthäusevangelium, Kapitel 13, Vers 24-30, 36-43.

[2] Siehe Bibelbücher Matthäus, Kapitel 13, Vers 36-43 und Apostelgeschichte, Kapitel 20, Vers 29-30. Ausführliche Abhandlungen zu ihrer Geschichte gibt die Religionsgemeinschaft in folgenden Veröffentlichungen: Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, Selters/Taunus 1993. Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, Wiesbaden 1960. Tätigkeit der Zeugen Jehovas in der Neuzeit: Vereinigte Staaten von Amerika, Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1975, Wiesbaden 1975, S. 30-256. Tätigkeit der Zeugen Jehovas in der Neuzeit: Deutschland, Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974, Wiesbaden 1974, S. 66-253. Centennial of the Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania 1884–1984, Pittsburgh, Pennsylvania, October 6, 1984. Eine Liste der Titel der von der Watch Tower Society veröffentlichten Broschüren und anderer Veröffentlichungen ist in den jeweiligen gebundenen Ausgaben der „Watch Tower Publications Index(es)“ bzw. „Index(e) der Wachtturm-Publikationen“ unter dem Stichwort „Wachtturm-Publikationen“ (Watch Tower Publications) zu finden.

[3] Siehe Sprüche, Kapitel 4, Vers 18: „Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist.“ Dazu heißt es im Wachtturm, 15. September 1987, S. 29: „Genauso, wie falsche Lehren allmählich in die Christenversammlung eingedrungen waren, so leuchtete nun nach und nach das Licht der Wahrheit immer heller (Sprüche 4:18, 19). Von Anfang an verstanden diese Christen die grundlegenden Wahrheiten in bezug auf Jesus, der sein Leben als Lösegeld hingegeben hat, und stellten seine unsichtbare Wiederkunft und das Königreich Gottes in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit (1. Timotheus 2:6).“

[4] Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 23, 28, 47. Wachtturm, 1. Juli 1979, S. 13-15; 15. Mai 1982, S. 22; 15. September 1987, S. 29. Das „Dringlichkeitsbewußtsein“ wird im Wachtturm, 1. Oktober 1995, S. 25ff. betont.

[5] Biblische Begründungen für ihre Grundlehren finden sich in folgenden Lehrbüchern der Zeugen Jehovas: Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt. Selters/Ts. 1995; Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben. Wiesbaden 1982, Selters/Ts. 1989, 1994; Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt. Wiesbaden 1968 (revidiert 1982).

[6] Im Laufe der Zeit gab es Änderungen im Namen der juristischen Korporationen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.

[7] Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, S. 622.

[8] Traktate oder Flugschriften erschienen in Englisch seit 1880 und wurden „Arp Tracts“ (Bedeutung von „Arp“ unbekannt), später „Watch Tower Tracts“ oder „The Bible Students’ Tracts“ genannt.

[9] Um die Jahrhundertwende war nur die 100seitige Schrift „Die Stiftshütte und die besseren Opfer“, eine verkürzte Übersetzung der englischen Broschüre „Tabernacle Shadows of the ‚Better Sacrifices‘„ in Deutsch erhältlich (Wachtturm, Februar 1899, S. 24; Januar-März 1900, S. 8). Die Titel „Was sagt die Heilige Schrift über die Hölle?“, „Die Bibel und der Spiritismus“ und „Die Bibel gegen die Evolution“ werden 1902 als deutsche Broschüren aufgeführt (Wachtturm, Juli-September 1902, S. 7; Oktober- Dezember 1902, S. 7). Bis 1912 bilden die vier genannten Titel die einzigen deutschen Broschüren.

[10] Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 31. Unter den Bibelforschern waren anfänglich nur zwei Bücher (von C. T. Russell und J. H. Paton) in Umlauf (Watchtower, April 1880, Reprints S. 94; Juni 1880, Reprints S. 111, 121; Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 19, 30f.; Jahrbuch 1975, S. 34). Im Laufe der Zeit entsprach keines der beiden Bücher dem Stand der von den Bibelforschern erkannten biblischen Wahrheiten. Daher „wurde der Beschluß gefaßt, daß Russell einige Bücher schreiben sollte, die als ‚Millennial Dawn‘-Serie bekannt wurden“ (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 30). Die „Millennium-Tagesanbruch-Serie“ umfaßte sieben Bände (englisch 1886 bis 1917; deutsch 1888 bis 1919) und war bis in die 1920er Jahre in Gebrauch. Die Serie, die man inzwischen als „Schriftstudien“ bezeichnete (in Englisch ab 1905, in Deutsch ab 1908), wurde durch das Buch „Die Harfe Gottes“ (englisch 1921, deutsch 1922) und später durch andere Lehrbücher ersetzt.

[11] Watchtower, 1. Januar 1892, Reprints S. 1350.

[12] Wachtturm, April 1904, S. 4.

[13] Watchtower, Januar 1890, Reprints S. 1171.

[14] Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 27; Wachtturm, April 1907, S. 76; 1. April 1955, S. 197.

[15] Wachtturm, Februar 1909, S. 21.

[16] Vergleiche Watchtower, Juni 1894, Reprints S. 1660.

[17] Watchtower, Januar 1891, S. 3; Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 33.

[18] Damit war eines der sogenannten Wachtturm- bzw. Bibelforscher-Traktate gemeint, die es in Englisch seit 1880 gab. Neben dieser Art Traktate wurden später andere Traktate als „kleine Zeitungen“ im Abonnement und als Gratisschriften in Umlauf gebracht (Wachtturm, Februar 1914, S. 21). Zu den wichtigsten deutschen Traktaten zählten „Die alte Theologie. Speise für denkende Christen“ (1906-1918), „Die Volkskanzel“ (1910-1912), „Jedermanns-Blatt“ (1912-1914 [?]), „Der Bibelforscher“ (1910-1918), „Der Schriftforscher“ (1916-1922 [?]), „Der Fall Babylons“ (1919), „Anklage gegen die Geistlichkeit“ (1924) und „Königreichs-Nachrichten“ (seit 1946; englisch seit 1918).

[19] Watchtower, Dezember 1882, Reprints S. 415. Originaltext: „Please try and publish a German tract, setting forth the ‚glad tidings of great joy;‘ thousands are waiting for such a tract. I could distribute thousands of copies with advantage.“ Die Redaktion reagierte prompt: „We would be very glad if some German brother with necessary ability, would volunteer to translate Oct. Z. W. T. [die Oktobernummer von „Zion’s Watch Tower“] into German.“

[20] Watchtower, Januar 1883, Reprints S. 426.

[21] Watchtower, Januar 1885, Reprints S. 708.

[22] Watchtower, März 1885, Reprints S. 732.

[23] Watchtower, Februar 1886, Reprints S. 832.

[24] Watchtower, Januar 1886, Reprints S. 818.

[25] Watchtower, Dezember 1882, Reprints S. 415.

[26] Watchtower, Februar 1886, Reprints S. 832. Eine der ersten englischen Broschüren von C. T. Russell, die Schrift „The Object and Manner of our Lord’s Return“ (Der Zweck und die Art der Wiederkunft unseres Herrn) wurde als „60-page tract“ oder 60-Seiten-Traktat bezeichnet (Watchtower, März 1880, Reprints S. 85; vergleiche Wachtturm, Juni 1922, S. 87).

[27] Auf seiner ersten Auslandsreise besuchte C. T. Russell Hannover, Berlin, Wittenberg, Leipzig, Dresden, Wien, Straßburg, Köln und Mainz (Watchtower, Juli 1891, Reprints S. 1312; 15. Februar 1892, Reprints S. 1370). Rückblickend stellte er fest: „Wir sahen nichts, was uns auf eine Ernte in Italien, in der Türkei, in Österreich oder Deutschland hoffen lassen würde.“ Dagegen sind die Schweiz und einige europäische Länder, wie Russell es ausdrückte, „Felder, die reif sind und darauf warten, abgeerntet zu werden“ (Watchtower, November 1891, Reprints S. 1333; Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 32ff.).

[28] Watchtower, 15. Juli 1892, Reprints S. 1431. Originaltext: „For the sake of these [German friends that could not read English] also Vol. I. of DAWN was translated into German and published [...], also German translations of the Arp tract.“ Die englischen „Arp Tracts“ waren Traktate, die 1887 und damit noch vor den ab 1889 veröffentlichten Traktaten „The Old Theology“ (Bible Students’ Tracts) erschienen. Die Veröffentlichung von deutschen Übersetzungen der frühen englischen „Arp Tracts“ muß demnach 1892 oder früher, vielleicht zusammen mit dem ersten deutschen Buch von C. T. Russell, also ab 1888, erfolgt sein.

[29] Der Watchtower Publications Index 1930-1985, Brooklyn 1986, S. 920, gibt das Jahr 1892 als Erscheinungsjahr für das erste deutsche Traktat an, was jedoch durch die Ausgabe für 1986-1990 revidiert wurdet.

[30] Watchtower Publications Index 1986-1990, Index der Wachtturm-Publikationen 1986-1990, S. 509. S. 518f.

[31] Ebenda. Bei dem ersten deutschen Traktat (1894) handelt es sich um die Nr. 23 der Bible Students’ Tracts – eine deutsche Übersetzung der Nr. 21 dieser Reihe mit dem Titel „Do You Know?“ (Weißt Du?). Das zweite deutsche Traktat (1895) hat den Titel „Warum seid ihr die letzten, den König willkommen zu heißen?“, trägt die Nr. 30 und ist eine Übersetzung des englischen Bible Students’ Tract Nr. 28, „Why Are Ye Last to Welcome Back the King?“ (Eine 16seitige Broschüre mit gleichem Titel erschien um 1911 oder 1912.) Darauf folgte 1896 der Titel „Lehrt die heilige Schrift, daß ewige Qual ist der Lohn der Sünde?(Siehe auch Wachtturm, Mai 1899, S. 31.). Dieses deutsche Traktat war die Nr. 34 der englischen Serie Bible Students’ Tract und eine Übersetzung der Nr. 1, „Do the Scriptures Teach That Eternal Torment Is the Wages of Sin?“. Im Jahre 1900 erschien der Titel „Welches ist das wahre Evangelium?“, die Nr. 50 und eine Übersetzung der Bible Students’ Tracts Nr. 49, „Which Is the True Gospel?“ (Vergleiche Wachtturm, Februar 1907, S. 28. Die obigen Angaben sind dem Watchtower Publications Index 1986-1990, S. 509 entnommen).

[32] Watchtower, Dezember 1885, Reprints S. 808. Originalzitat: „We take pleasure in announcing to our German friends, that we have commenced a German edition of the TOWER, the first number of which goes forth next month. It will be a monthly, of eight pages, smaller than the English edition: price, 25 cents per year. […] It is for you to scatter sample copies, and to awaken an iterest in it among the earnest German Christians.“ Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, S. 724.

[33] Watchtower, Dezember 1884, Reprints S. 698ff. Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 40.

[34] Watchtower, Juni 1889, Reprints S. 1120. Originalzitat: „We have thousands of old copies of the German WATCH TOWER, very suitable for new readers, which we are anxious to put into their hands FREE. We ask our readers who can do so and would enjoy the privilege of such service, to take these and distribute them at the doors of German churches on Sundays. In ordering say how many you can use. When thus distributing papers or tracts, do not stand to do so, for this blocks the street and is contrary to law, but keep walking up and down while handling them out, and be as polite and agreeable as possible.“

[35] Watchtower, Februar 1886, Reprints S. 832.

[36] Watchtower, Dezember 1885, Reprints S. 808. Februar 1888, Reprints S. 1003.

[37] Watchtower, Mai 1888, Reprints S. 1034.

[38] Watchtower, April 1888, Reprints S. 1031.

[39] Watchtower, Juni 1888, Reprints S. 1047; September 1888, Reprints S. 1067.

[40] Watchtower, 1. Januar 1892, Reprints S. 1346. C. T. Russell bemerkt hier: „The credit for this work belongs to our dear Brother von Zech, who also translated the first volume and who is now the owner of the plates and the publisher of both volumes in German.“

[41] Watchtower, 11. Juni 1894, Reprints S. 1660. Watchtower, 1. Dezember 1895, Reprints S. 1901.

[42] Wachtturm, April 1917, S. 80.

[43] Watchtower, Dezember 1888, Reprints S. 1084.

[44] Watchtower, 15. Februar 1892, Reprints S. 1371.

[45] Das „Bibelhaus“ wurde 1889 in Allegheny, North Side, Pittsburgh, Pennsylvanien errichtet und diente der Gesellschaft als Hauptbüro und war das Heim der kleinen Bibelhaus-Familie (Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben, S. 27). Nach dem Umzug der Gesellschaft nach Brooklyn, New York wird das Hauptbüro „Bethel“ genannt.

[46] Watchtower, 1./15. November 1893, Reprints S. 1593. Originaltext: „We heartily participate in the cause of the communion here. In the neighborhood we count eight larger and smaller communions. It is our most agreeable business. Our house is a house of entertainment of brethren; and this brings many a blessed hour, while our neighbors pity us because of the heavy burden of such hospitality. Dear Brother, I wish that you could on a Sunday afternoon enter our gathering. How you would rejoice because of the goodly number of truth-loving souls! In the Summer the prepared hall is full; there is a nice organ, at the table sit four in their eightieth year. Now, hearty and thankful greetings from us all.“

[47] Watchtower, 1. Juni 1893, Reprints S. 1539.

[48] Watchtower, 1./15. November 1893, Reprints S. 1593.

[49] Watchtower, 15. Juli 1907, Reprints S. 4032. Wachtturm, Oktober 1908, S. 146.

[50] Wachtturm, Dezember 1910, S. 221.

[51] Watchtower, 1. Januar 1892, Reprints S. 1346.

[52] Watchtower, 15. Juli 1892, Reprints S. 1431.

[53] A Conspiracy Exposed, in: Watchtower, extra edition, vol. XV, no. 8, 25. April 1894 (s. a. Watchtower, 11. Juni 1894, Reprints S. 1659).

[54] Watchtower, 11. Juni 1894, Reprints S. 1659.

[55] E. C. Henninges wurde Sekretär-Kassierer („Sec’ & Treas“) der Watch Tower Society (Watchtower, 15. Dezember 1899, Reprints S. 2550). 1900 und 1901 (bis 1. November) leitete er das neue Zweigbüro der Watch Tower Society in London (Watchtower, 1. Mai 1900, Reprints S. 2628; 15. Juli 1900, Reprints S. 2664; 15. Dezember 1901, Reprints S. 2923); 1903 begleitete er C. T. Russell auf dessen zweiten Europareise, die er organisieren durfte (Watchtower, 1. April 1903, Reprints S. 3171). Für kurze Zeit erhielt er die Aufsicht im ersten deutschen Zweigbüro in Wuppertal-Elberfeld (Watchtower, 1. Juli 1903, Reprints S. 3214), danach war er „Manager“ des australischen Zweigbüros (vgl. Watchtower, 15. Dezember 1903, Reprints S. 3288; 1. Juni 1904, Reprints S. 3379). Zwischen 1908 und 1910 verließ er die Bibelforscher (Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1983, S. 40).

[56] Watchtower, 11. Juni 1894, Reprints S. 1659ff.

[57] Watchtower, 15. Dezember 1904  Reprints S. 3473.

[58] Watchtower, 15. Dezember 1904, Reprints S. 3473. Wachtturm, Januar 1904, S. 3.

[59] In Tailfingen wird später eine Ortsgemeinde gegründet, die unter der Bevölkerung als „Millenniumsversammlung“ bekannt wird und die heute als einer der ersten Bibelforschergemeinden in Deutschland angesehen wird. (Jahrbuch 1974, S. 69f.; Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, S. 410). Gemäß Aussagen von älteren Zeugen Jehovas kamen die Bibelforscher in Tailfingen ab 1908 in der Paulinenstraße 3 zusammen (Wachtturm-Gesellschaft der Zeugen Jehovas, Geschichtsarchiv, künftig: WTA, LB Emil Conzelmann, LB Friedrich Kern). Hermann Herkendell besuchte die Bibelforscher in Tailfingen als Vortragsredner im Februar 1910 (Wachtturm, Januar 1910, S. 24; Februar 1910, S. 46) und Otto A. Koetitz im November 1911 (Wachtturm, Dezember 1911, S. 192.). Eine weitere Erwähnung der Gruppe von Tailfingen findet in Verbindung mit dem Gedächtnismahl am 13. April 1919 statt. Von den 3 450 Teilnehmer in Deutschland kamen 18 aus Tailfingen (Wachtturm, Juli/August 1919, S. 128).

[60] Wachtturm, April 1905, S. 61; Juni/Juli 1905, S. 82.

[61] Watchtower, 1. Februar 1897, Reprints S. 2104f.

[62] Wachtturm, Februar 1899, S. 24.

[63] Watchtower, 15. Dezember 1900, Reprints S. 2743.

[64] Watchtower, 15. Dezember 1904, Reprints S. 3473. Originaltext: „The largest expenditure was made in Germany, amongst whose people over a million tracts and sample German TOWERS have been circulated free. No great results should be looked for immediately; but we are getting into touch with some of the truth-hungry who ‚have an ear to hear‘.“

[65] Wachtturm, März 1908, S. 39.

[66] Wachtturm, Mai 1905, S. 80; vergleiche Watchtower, 15. August 1904, Reprints S. 3412ff.

[67] WTA, LB Ernst Wiesner. Der Bericht ist exemplarisch und beschreibt die Tätigkeit in Deutschland wahrscheinlich Anfang der 1920er Jahre oder früher.

[68] Wachtturm, April 1905, S. 61.

[69] Wachtturm, September/Oktober 1905, S. 158ff.

[70] Meyers Konversationslexikon, 1906, S. 804.

[71] Wachtturm, Februar 1906, S. 32; März 1906, S. 48; April 1906, S. 50.

[72] Wachtturm, Mai 1906, S. 66; Watchtower, 1. Mai 1906, Reprints S. 3768.

[73] Wachtturm, Juni 1908, S. 82.

[74] Wachtturm, Januar 1909, S. 4.

[75] Wachtturm, April 1909, S. 58; Juli 1909, S. 115f.; Jahrbuch 1974, S. 75.

[76] Wachtturm, Dezember 1909, S. 195f.

[77] Wachtturm, Januar 1915, S. 16; Watchtower, 15. Januar 1915, Reprints S. 5617f.

[78] Wachtturm, Mai 1914, S. 66.

[79] Wachtturm, 15. September 1925, S. 288.

[80] Jahrbuch 1974, S. 109ff.; Bulletin, August 1933, Berner Ausgabe.

[81] Jahrbuch 2000, S. 31ff.

[82] Wachtturm, Oktober 1916, S. 159; WTA, LB Phoebe Koetitz.

[83] Watchtower, 11. Juni 1894, Reprints S. 1666f.

[84] Watchtower, 1. Dezember 1895, Reprints S. 1901.

[85] Wachtturm, April/Mai 1897, S. 8.

[86] Watchtower, 1. Juni 1901, Reprints S. 2829.

[87] Wachtturm, Oktober 1916, S. 159. Das Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974, S. 68 nennt 1904 als das Jahr, in dem damit begonnen wurde, die deutsche Zeitschrift nicht mehr in den USA, sondern in Deutschland zu drucken. Das scheint darauf zurückzuführen zu sein, daß bei Abfassung des Jahrbuchs 1974 im deutschen Zweigbüro in Wiesbaden die entsprechenden Wachtturm-Ausgaben fehlten. Die im Schweizer Zweibüro, „Bethel“ Thun, vorhanden Ausgaben belegen das Jahr 1903.

[88] Wachtturm, September/Oktober 1905, S. 158f.

[89] Wachtturm, März 1906, S. 48; Mai 1906, S. 66.

[90] Wachtturm, August 1906, S. 114. Im September 1906 führte ihn eine Rundreise nach Bielefeld, Gestringen, Hannover, Braunschweig, Magdeburg, Prenzlau, Stettin, Berlin, Halle, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Reichenbach i. B., Triebes, Jena, Weimar und Erfurt (Wachtturm, September 1906, S. 144). Im Februar 1909 reiste er nach Sachsen, wo er sechs Vorträge hielt (Wachtturm, April 1909, S. 58.).

[91] WTA, Dok 17/08/26, Begräbnisansprache für Hermann Herkendell.

[92] Jahrbuch 1974, S. 78.

[93] Wachtturm, März 1915, S. 34.

[94] Wachtturm, Februar 1915, S. 18.

[95] Wachtturm, Februar 1916, S. 18; Juli 1916, S. 98.

[96] Wachtturm, Oktober 1916, S. 159f.; Jahrbuch 1974 S. 82.

[97] Wachtturm, April 1917, S. 80. Jahrbuch 1987, S. 117. Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, S. 409.

[98] Watchtower, 1. Februar 1897, Reprints S. 2104f. Originaltext: „[…] Sister Giesecke is also doing a good work loaning DAWNS, circulating tracts, etc., in Germany. All this considered, it has been about decided that we will start a small (4 page monthly) German TOWER. The price will be 12 cents per year for single copies; 5 copies monthly for a year 50 cents; 12 copies monthly for a year $1.00. We shall be glad to hear from all of our interested German friends, soon as convenient, respecting their interest in this part of the one harvest work. – EDITOR.“

[99] Wachtturm, Juni 1897, S. 12. Im Jahrbuch 1987, S. 120 wird für den Beginn der Tätigkeit von Adolf Weber in der Schweiz das Jahr 1900 genannt – in diesem Jahr ließ er sich in seinem Geburtsort Les Convers nieder. Auch die Ernennung zum Leiter des Werkes im französischen Sprachgebiet ist in dieser Quelle irrtümlich später angesetzt.

[100] Wachtturm, April 1911, S. 50.

[101] Wachtturm, Februar 1899, S. 24.

[102] Jahrbuch 1987, S. 117ff.

[103] Vergleiche Watchtower, November 1887, Reprints S. 989.

[104] Wachtturm, April 1917, S. 80.

[105] Watchtower, 1. Februar 1897, Reprints S. 2105. Originaltext: „Sister Mattern reports that while as a nurse in a hospital in Hamburg she introduced DAWN and that five other Sisters there are deeply interested in the subject and are having Bible-study meetings and suffering reproaches, being in danger of losing their positions. Sister Giesecke is also doing a good work loaning DAWNS, circulating tracts, etc., in Germany.“

[106] Watchtower, 1./15. November 1893, Reprints S. 1593.

[107] Wachtturm, April/Mai 1897, S. 8.

[108] Wachtturm, Januar 1898, S. 39f.

[109] Wachtturm, Februar 1899, S. 24.

[110] Wachtturm, April/Mai 1897, S. 8.

[111] Wachtturm, April/Mai 1898, S. 8. Jahrbuch 1974, S. 68.

[112] Wachtturm, August 1898, S. 16. Watchtower, 15. Juli 1898, Reprints S. 2335.

[113] Watchtower, 1. Dezember 1898, Reprints S. 2399. Wachtturm, Dezember/Januar 1898/1899, S. 20.

[114] Wachtturm, April 1898, S. 7; Mai 1899, S. 32.

[115] Wachtturm, Januar 1898, S. 39.

[116] Wachtturm, Mai 1899, S. 31f.; siehe auch folgende Nummern.

[117] Wachtturm, Januar 1900, S. 7.

[118] Wachtturm, Mai 1899, S. 32; Januar/März 1900, S. 8.

[119] Watchtower, 15. Oktober 1900, Reprints S. 2710. Originaltext: „[…] I cannot go to Giengen: just today I received a letter from Sister Finkh, in which she informs me the fact of renting a dwelling for me has aroused such an excitement and hostility amongst church people there that the people who rented me the rooms are so afraid as to annul it. Two ministers came three or four times to the woman, and finally told her that she would bring a curse upon herself, if she would take me in her house, they would write to the church authorities, and went to the police etc. S[ister]r. Finkh was attacked in the street by a woman, who cried aloud after her ugly words, and the ministers themselves used such expressions in speaking of me as would be punished here, if spoken publicly. Sr. Finkh and the other three seem to be most earnest, and will follow the Lamb withersoever he goeth, even unto death. There is already such hatred as to kill the Lord’s true people, if they were permitted at all. I do not know, at this moment where to go, but trust the Lord will show me soon, as I wish with all my heart to follow his leading only. Pray for me, dear brothers, and for the dear sisters in Giengen. Yours in our glorious hope, M. E. Giesecke. – Germany.“

[120] Wachtturm, Mai 1908, S. 79.

[121] Jahrbuch 1974, S. 73.

[122] WTA, LB Ernst.

[123] Wachtturm, November 1908, S. 162.

[124] Die „Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher“ (seit 1910; Wachtturm, Juni 1910, S. 98; August 1910, S. 128) änderte 1926/1927 ihren Namen. Anläßlich seines Besuches im Mai 1926 hatte J. F. Rutherford, der zweite Präsident der Watch Tower Society festgelegt, daß die Körperschaft künftig „Internationale Bibel-Forscher-Vereinigung“ heißen solle. Das Wort „Ernster“ sei ein Einschiebsel, das der englischen Benennung „International Bible Students Association“ nicht entspreche (Wachtturm, 1. Juli 1926, S. 194, Berner Ausgabe). Am 4. Dezember 1926 erfolgte die Gründung der „Internationalen Bibelforscher-Vereinigung, deutscher Zweig, e.V.“ und ihre gesetzliche Eintragung beim Amtsgericht Magdeburg am 19. Januar 1927.

[125] Wachtturm, Dezember 1909, S. 194.

[126] Wachtturm, Januar 1910, S. 24. Ein Bericht über die Reise erschien im Wachtturm, Mai 1910, S. 96, ein weiterer Bericht – über Dresden, Reichenbach und Berlin – in der Ausgabe vom Oktober 1910, S. 192.

[127] WTA, Dok 17/08/26.

[128] WTA, LB Gustav Herkendell; LB Elisabeth Lang.

[129] Möglicherweise auf der Krim (WTA, LB Seifert).

[130] Wachtturm, Dezember 1911, S. 187. Jahrbuch 1974, S. 74.

[131] Wachtturm, August 1912, S. 114.

[132] Wachtturm, Februar 1916, S. 18; März 1916, S. 66. Jahrbuch 1974, S. 81.

[133] Wachtturm, Oktober 1916, S. 160.

[134] WTA, LB Gustav Herkendell; LB Elisabeth Lang.

[135] Wachtturm, April 1918, S. 40. Jahrbuch 1974, S. 82.

[136] WTA, LB Ruth Warter.

[137] Jahrbuch 1974, S. 70.

[138] Jahrbuch 1974, S. 75.

[139] Wachtturm, Mai 1918, S. 40; vgl. Jahrbuch 1974, S. 82.

[140] Wachtturm, Dezember 1919, S. 194ff. Jahrbuch 1974, S. 86.

[141] Wachtturm, Dezember 1919, S. 195.

[142] Wachtturm, Januar 1921, S. 15.

[143] Wachtturm, Januar 1921, S. 16. Jahrbuch 1974, S. 88.

[144] WTA, LB Irmgard Becker.

[145] Wie erwähnt, gab es im Laufe der Zeit Änderungen im Namen der Gesellschaft, auf die hier nicht näher eingegangen wird. In den Vereinigten Staaten und Deutschland wurden jeweils unterschiedliche nichtkommerzielle juristische Körperschaften gegründet, die sich an den jeweiligen Landesgesetzen orientierten.

[146] Wachtturm, März 1908, S. 39f.; Watchtower, 15.12.1907, Reprints S. 4105.